Was ist Intrexx IX25?
IX25 ist die cloud-native Generation der Low-Code-Plattform Intrexx, entwickelt von der United Planet GmbH in Freiburg. Sie läuft vollständig im Browser, wird in einer europäischen Cloud betrieben und skaliert automatisch. Eine Private-Cloud-Variante ist ab dem zweiten Quartal 2026 verfügbar.
Der auffälligste Unterschied zu Intrexx 12 ist nicht die Optik, sondern die Arbeitsteilung. IX25 trennt sauber in drei Ebenen, die von unterschiedlichen Rollen bedient werden.
1. Die drei Builder
Data Builder
Hier entsteht das Datenmodell — und zwar zuerst. Sie legen Datenbanktabellen an oder binden über REST-Datenmodelle fremde Systeme direkt an. Bei rein angebundenen Quellen kommt das komplette Datenmodell aus der Schnittstelle, eine eigene Datenbank wird dann gar nicht mehr gebraucht.
Das ist ein echter Bruch mit der Arbeitsweise aus Intrexx 12. Dort erweiterte sich das Datenmodell beim Bauen einer Maske automatisch mit: Feld auf die Maske gezogen, Spalte in der Datenbank angelegt. In IX25 muss das Modell vorab stehen und wird gezielt freigegeben.
App Builder
Der App Builder erzeugt Eingabe- und Lesemasken, durchgehend responsiv. Statt gestalterischer Freiheit gibt es klare Vorlagen, sodass Oberflächen verlässlich ansprechend aussehen. In Intrexx 12 war das Frontend frei gestaltbar — was oft dazu führte, dass Masken eben nicht gut aussahen, weil ein guter Intrexx-Entwickler selten auch ein guter UX-Designer ist.
Zwei Neuerungen fallen im Alltag besonders auf:
- Daten direkt in der Tabelle bearbeiten. Die wohl meistgewünschte Einschränkung aus Intrexx 12 ist weg. Kein Sprung mehr in eine separate Eingabemaske.
- Vorschau samt Rollentest. Sie schalten in die Vorschau und klicken die Anwendung in einer gewählten Benutzerrolle durch. In Intrexx 12 hieß das: veröffentlichen, warten, im Browser hinnavigieren.
Process Builder
Wichtig fürs Budget: Der Process Builder ist erst ab dem Professional-Paket verfügbar, ebenso der KI-Assistent Isaac. In Starter und Advanced gibt es beide nicht. Was das kostet, steht auf unserer Seite zu den Intrexx-Kosten.
Prozesse folgen dem BPMN-Standard — es sind also echte Geschäftsprozesse, keine Ablaufdiagramme. Sie laufen automatisiert, halten an, wenn ein Mensch freigeben oder genehmigen muss, und laufen danach weiter.
Der wichtigste Zugewinn heißt Process Observability: Ein Prozessverantwortlicher sieht, wie lange ein Prozess durchschnittlich läuft, wie oft er genutzt wird und wie häufig er scheitert. In Intrexx 12 liefen Prozesse unsichtbar im Hintergrund.
2. Isaac: der KI-Assistent
Ab dem Professional-Paket steht in allen drei Buildern der KI-Assistent Isaac zur Verfügung. Der praktischste Anwendungsfall ist zugleich der überzeugendste: Sie laden die Skizze eines Datenmodells oder eines Prozesses hoch, und Isaac erzeugt daraus ein lauffähiges Modell beziehungsweise einen fertigen Prozess.
Für Workshops verändert das die Dynamik spürbar. Was am Vormittag auf dem Flipchart entsteht, lässt sich am Nachmittag anfassen.
3. Keine Coding-Ebene — was das bedeutet
IX25 unterstützt keine Programmier- oder Skriptsprachen. Kein Groovy, kein JavaScript, kein Velocity. Frontend-Logik entsteht visuell über Action Flows: Klick auf einen Button, Elemente ein- oder ausblenden, Werte prüfen. In Intrexx 12 war das typischerweise JavaScript.
Fachlogik, die darüber hinausgeht, verlässt die Plattform. Sie läuft auf einem eigenen Dienst und wird von IX25 per Schnittstelle aufgerufen — Ergebnis kommt zurück, fertig.
Der Verlust an Flexibilität ist real. Der Gewinn ebenso: Prozessverantwortliche und UX-Designer können auf der Plattform arbeiten, ohne programmieren zu können — und damit auch, ohne Schaden anrichten zu können.
4. Entwicklung, Test, Produktion
Die Trennung der drei Umgebungen zieht sich durch alles — Datenmodelle, Anwendungen, Prozesse. Sie ist nicht optional. Entwickelt wird auf Entwicklung, danach geht es nach Test, erst dann nach Produktion. Ein Datenmodell lässt sich im App Builder überhaupt erst verwenden, wenn es diesen Weg gegangen ist.
Produktion kann damit nie neuer sein als Entwicklung. Wer aus Intrexx 12 den direkten Griff ins Produktivsystem gewohnt ist, empfindet das anfangs als Bremse. Es ist der Punkt, an dem IX25 vom Werkzeug zur Plattform wird.
5. Das Lizenzmodell ändert sich grundlegend
Lizenziert werden nicht mehr Portal und Benutzer, sondern granular: Datenmodelle, Prozesse, Applikationen, Benutzer — und optional die Nutzung von Isaac.
Das ist im Grundsatz fair, weil der Preis mit der tatsächlichen Komplexität wächst. Ein kleines Portal kann in IX25 günstiger ausfallen als in Intrexx 12; ab einer gewissen Komplexität dreht sich das. Dazu kommt, was Sie nicht mehr selbst tragen: Betrieb, Ausfallsicherheit und Skalierung liegen beim Hersteller.
Öffentliche Preislisten veröffentlicht United Planet nicht. Die tatsächlichen Paketpreise haben wir auf unserer Kostenseite aufgeschlüsselt.
6. Intrexx 12 wird nicht abgeschaltet
Diesen Punkt betonen wir bewusst, weil derzeit viel Gegenteiliges zu lesen ist. United Planet erklärt öffentlich, dass Intrexx 12 weiterhin vollständig unterstützt und kontinuierlich weiterentwickelt wird. Der Wechsel auf IX25 wird ausdrücklich als optional bezeichnet. Im Juni 2026 erschien ein neues Feature-Update für Intrexx 12.
Für Bestandskunden heißt das: Planungssicherheit statt Stichtag. Und für den Übergang bietet United Planet Rabatte an, sodass beide Plattformen eine Zeit lang parallel laufen können, ohne doppelt zu kosten.
7. Der Weg von Intrexx 12 nach IX25
IX25 ist nicht aufwärtskompatibel. Anwendungen lassen sich nicht importieren, es gibt keinen Upgrade-Knopf. Der praktikable Weg sieht so aus:
- Aus Intrexx 12 Schnittstellen bereitstellen und in IX25 als REST-Datenmodell anbinden. Alternativ die Datenbank direkt anbinden — im Anbinden fremder Datenquellen war Intrexx immer stark.
- Die jeweilige Anwendung in IX25 neu bauen.
- Daten überführen.
- Neue IX25-Anwendungen bei Bedarf per iFrame im bestehenden Intrexx-12-Portal ausliefern, sodass für die Anwender alles an einem Ort bleibt.
- Erst wenn alles getragen hat, Intrexx 12 abschalten — oder eben stehen lassen.
Anwendung für Anwendung statt Big Bang. Kein Stichtag, kein Stillstand.
Warum wir auf Intrexx setzen
Wir begleiten seit 15 Jahren Digitalisierungsprojekte im Mittelstand und haben in dieser Zeit über 100 Anwendungen gebaut — für Bauunternehmen, Verbände und Bildungszentren. Intrexx ist dabei nicht die einzige Plattform, die wir kennen, aber diejenige, die für diese Kundschaft am zuverlässigsten aufgeht.
Die Gründe sind unspektakulär und genau deshalb belastbar: ein deutscher Hersteller mit europäischem Hosting, kein Zwang in ein fremdes Ökosystem, saubere Anbindung an das, was ohnehin im Haus steht. Als Intrexx Certified Solution Expert und Partner erhalten wir Produktinformationen, bevor sie den Markt erreichen — deshalb steht auf dieser Seite auch, was IX25 heute noch nicht kann.