Entscheidungshilfe · Stand Juli 2026

Intrexx 12 oder IX25?

Die kurze Antwort: Sie müssen gar nichts. Die längere Antwort steht hier — inklusive der Fälle, in denen Bleiben die bessere Entscheidung ist.

Es gibt keinen Stichtag

Derzeit ist viel über einen angeblich drängenden Wechsel zu lesen. Deshalb zuerst die Faktenlage: United Planet erklärt öffentlich, dass Intrexx 12 weiterhin vollständig unterstützt und kontinuierlich weiterentwickelt wird. Der Umstieg auf IX25 wird ausdrücklich als optional bezeichnet. Im Juni 2026 erschien ein neues Feature-Update für Intrexx 12.

Es gibt also weder eine Abkündigung noch ein Support-Ende. Wer Ihnen gerade Dringlichkeit verkauft, verkauft Ihnen ein Projekt. Was es gibt, ist eine Richtungsentscheidung — und die trifft man besser in Ruhe.

1. Wann sich der Umstieg lohnt — und wann nicht

IX25 spricht dafür, wenn … Intrexx 12 bleibt richtig, wenn …
Sie ohnehin eine neue Anwendung bauen Ihre Anwendungen stabil laufen und niemand sich beschwert
Sie den Betrieb loswerden wollen — Updates, Monitoring, Backup Sie stark angepasste Oberflächen haben, die neu gebaut werden müssten
Prozessverantwortliche selbst Workflows modellieren sollen Sie Funktionen nutzen, die IX25 heute noch nicht abdeckt
Sie sehen wollen, wie Ihre Prozesse tatsächlich laufen Ihr Team keine Kapazität für eine Umstellung hat

Die ehrlichste Formulierung, die wir Kunden geben: Fangen Sie mit IX25 dort an, wo Sie ohnehin etwas Neues bauen. Bestehendes umzuziehen, nur um es umgezogen zu haben, rechnet sich selten.

2. Was sich konkret ändert

Intrexx 12 IX25
Betriebeigener Server, ein Installergehostet in europäischer Cloud, skaliert automatisch
WerkzeugPortal Manager als installierte Softwareläuft im Browser
Aufbaualles in einer OberflächeData, App und Process Builder getrennt
Eigener CodeSkriptsprachen möglichkeine Coding-Ebene, Logik läuft extern
Datenmodellwächst beim Bauen automatisch mitwird vorab gebaut und gezielt freigegeben
Frontendfrei gestaltbarDesignvorlagen, dafür verlässlich ansprechend
Umgebungenfrei handhabbarEntwicklung, Test, Produktion fest eingebaut
Prozesselaufen unsichtbar im HintergrundBPMN mit Laufzeit- und Fehlerauswertung
LizenzPortal und Benutzergranular nach Datenmodellen, Apps, Prozessen, Nutzern

Ausführlich beschrieben haben wir das auf unserer Seite zu Intrexx IX25. Was der Wechsel kostet, steht bei den Intrexx-Kosten.

3. Der Wegfall der Coding-Ebene

Das ist der Unterschied, an dem sich alles andere entscheidet. IX25 unterstützt keine Programmier- oder Skriptsprachen. Was in Intrexx 12 ein paar Zeilen Code waren, entsteht in IX25 visuell über Action Flows — oder es verlässt die Plattform.

Der Weg für bestehende Logik: Sie wird nicht portiert, sondern ausgelagert. Der Code läuft künftig auf einem eigenen Dienst und wird von IX25 per Schnittstelle aufgerufen.

Für den Übergang kann das ein weiterhin auf Intrexx 12 gehostetes Skript sein, das IX25 von außen anspricht — Sie müssen also nichts sofort neu schreiben.

Im Zielbild wandert die Logik in einen eigenen Service. Bei bestehendem Java-Code ist das typischerweise Spring Boot, weil der Umzug dann überwiegend ein Umzug bleibt und kein Neuschreiben wird.

Für Entwickler ist das eine Einschränkung. Für Sie als Verantwortlichen ist es vor allem eines: Prozessverantwortliche und Gestalter können auf der Plattform arbeiten, ohne programmieren zu können — und damit auch, ohne etwas kaputt machen zu können.

4. Koexistenz statt Stichtag

IX25 ist nicht aufwärtskompatibel, Anwendungen lassen sich nicht importieren. Das klingt zunächst nach einem harten Schnitt — ist es aber nicht, weil beide Generationen nebeneinander laufen können.

  1. Aus Intrexx 12 Schnittstellen bereitstellen und in IX25 als REST-Datenmodell anbinden. Alternativ die Datenbank direkt anbinden.
  2. Die neue Anwendung in IX25 bauen.
  3. Sie per iFrame in Ihr bestehendes Intrexx-12-Portal einbinden — Ihre Anwender sehen weiterhin nur eine Oberfläche und merken vom Unterbau nichts.
  4. Daten überführen, wenn die Anwendung trägt.
  5. Intrexx 12 abschalten, wenn nichts mehr darauf läuft. Oder stehen lassen.

Für die Übergangszeit gibt es Regelungen, die den Parallelbetrieb erleichtern — was davon in Ihrem Fall greift, klären wir mit dem Hersteller. Damit entfällt das stärkste Argument gegen einen schrittweisen Weg.

Die Fragen, die Sie intern klären sollten

Bevor Sie mit uns oder irgendwem sonst über ein Umstiegsprojekt sprechen, lohnt sich eine Runde im eigenen Haus. Diese fünf Fragen entscheiden mehr über den Ausgang als jede Plattformbewertung:

  1. Beschwert sich heute jemand? Laufen Ihre Intrexx-12-Anwendungen stabil und werden genutzt, gibt es keinen technischen Anlass für einen Wechsel.
  2. Steht ohnehin etwas Neues an? Das ist der günstigste Einstieg in IX25 — Neues dort bauen, Bestehendes stehen lassen.
  3. Wie tief sind Ihre Oberflächen angepasst? Stark individualisierte Masken müssten neu gebaut werden; das ist die teuerste Position im ganzen Vorhaben.
  4. Wie viel Groovy-Logik steckt drin? Sie wird nicht portiert, sondern ausgelagert. Der Umfang bestimmt, ob das ein Umzug oder ein Neuschreiben wird.
  5. Hat Ihr Team im nächsten halben Jahr Kapazität? Ohne eine Person, die den fachlichen Prozess verantwortet, verzögert sich jede Umstellung — unabhängig von der Technik.

Wenn Sie diese fünf Antworten haben, ist ein Gespräch in dreißig Minuten produktiv statt in drei Terminen. Wir gehen sie auf Wunsch mit Ihnen durch — die Antwort darf am Ende auch „bleiben Sie vorerst" lauten.

Warum Sie uns das glauben können

Wir begleiten seit 15 Jahren Digitalisierungsprojekte im Mittelstand und haben über 100 Anwendungen gebaut — für Bauunternehmen, Verbände und Bildungszentren. Als Intrexx Certified Solution Expert arbeiten wir seit den ersten Fassungen mit IX25 und kennen beide Generationen aus dem Betrieb, nicht aus dem Datenblatt.

Genau deshalb steht auf dieser Seite auch, wann Sie nicht wechseln sollten. Ein Umstieg, der Ihnen nichts bringt, ist für uns ein Projekt und für Sie ein Verlust. Diese Rechnung geht auf Dauer für niemanden auf.

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